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Woher kommt all das "sexuelle Elend"?

Wir sind hier im Joyclub, einer erotischen Community. Man kann davon ausgehen, dass die User hier im Verhältnis zur…

30.01.2012
Woher kommt all das "sexuelle Elend"?

Wir sind hier im Joyclub, einer erotischen Community. Man kann davon ausgehen, dass die User hier im Verhältnis zur durchschnittlichen Bevölkerung erotsich und sexuell eher aufgeschlossen sind, sich also zumindest über Erotik und Sexualität informieren, darüber lesen und diskutieren. Das ist schon eine ganze Menge.

Trotzdem wimmelt es hier nur so vor Threads, in welchen Männer sich darüber beklagen, dass ihre Partnerinnen einst richtig "heiße Bräute" waren und kaum genug kriegen konnten und jetzt schon beim Gedanken an Sex die Augen verdrehen und froh sind, wenn sie damit in Ruhe gelassen werden. Und immer wieder fragen sich auch Frauen, was sie tun könnten, um ihren Partner sexuell wieder zu neuen Taten animieren zu können.

Ich lese von Männern, denen es ausschließlich darum geht, so schnell wie möglich einzustöpseln und "Druck abzubauen", die also offenbar wenig Ahnung davon haben, was eine Frau sich wünscht, und denen scheinbar erotische Phantasie und sexuelle Kreativität fehlen, die den Sex nur auf den Gebrauch ihres Schwanzes reduzieren. Aber ich lese auch von Frauen, die Sex eher lästig finden und ihn notgedrungen dulden bzw. ertragen und offensichtlich keine Ahnung davon haben, wieviel Kraft und Freude einem sexuelle Aktivitäten geben können.

Und ich frage mich, was mit uns in dieser Kultur und Gesellschaft los ist: Nie waren Infos zu Erotik, Partnerschaft und Sex so frei und leicht zugänglich (ganz besonders auch hier im Joyclub), und auch Spielzeuge und Hilfsmittel aller Art sind längst fast zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Nie waren wir scheinbar so aufgeklärt - und trotzdem offenbar ahnungslos: Viele wissen nicht mal, wo der G-Punkt ist oder dass auch Frauen ejakulieren (squirten) können. Noch mehr wissen nicht, dass auch Männer trockene und multiple Orgasmen haben können und dass eine Ejakulation etwas anderes ist als ein Orgasmus (obwohl hier im Joyclub sogar Bücher dazu beworben werden).

Immer mehr Bücher und Foren und Filme befassen sich mit Liebe, Partnerschaft und beglückender Sexualität, der Markt wird von immer neuen Ratgebern geradezu überschwemmt.

Und trotzdem, so wirkt es auf mich, sind zahllose Menschen, auch hier im Joyclub, sexuell unbefriedigt und unglücklich und wissen nicht mehr weiter, bitten um Rat und Hilfe, haben keine Ahnung, was sie noch tun könnten ...

Ich kann nicht anders, als dies alles einfach mal als "sexuelles Elend" zu bezeichnen. Und ich frage mich, warum das wohl so ist.

Wie denkt Ihr darüber? Und habt Ihr Antworten und Erklärungen? Woher all diese häufige Ahnungs- und Hilflosgkeit, woher all diese Probleme und all das Unglück? Und woher all dieser Mangel an Lust in so vielen Beziehungen? Was ist nur los mit uns?

(Der Antaghar)
30.01.2012

mangel an lust durch überkonsum z.B.

männer neigen ja dazu bei sexuell aktiven damen für sich selbst keinen ausknopf zu finden...so wird auch schon mal morgens am frühstückstisch rumgegrabbelt etc. oder ,sehr wesentlich, mehrfach am Tag zweideutig schlüpfrige gedanken von sich zu geben , bzw. genug aus der umwelt abzufangen was sich nutzen lässt um es aufs ficken umzubiegen....irgendwann nervt dies nur noch und madame verdreht die augen wenn sie nur ansatzweise etwas in diese richtung hört
30.01.2012

Hallo @antaghar: Die von dir hier angesprochene Problematik stellt den Unterschied zwischen Theorie und Praxis dar.

In der Theorie klappt das alles: das miteinander reden, das über alles reden können, das sexuell weiter entwickeln etc.

In der Praxis scheitert das doch häufiger, als man es sich wünschen würde oder es glaubt.
Nicht bei allen, klar.
Aber wohl doch bei vielen.

Niemand kann über ein solches Thema mit seinem Partner reden, Unklarheiten aus der Welt schaffen, missliche Zustände gemeinsam klären und ändern - wenn denn der Partner NICHT darüber reden will, keine Unklarheiten sehen kann und die misslichen Zustände normal findet.

Letztendlich bleibt dann nur, entweder die eigene Sexualität ein, zwei oder gar drei Level zurück fahren, um der Beziehung, der Liebe willen. Oder halt die Beziehung beenden. Mit dem Wissen, dass man dieses "nur" wegen dem Sex getan hat.

Ich meine nicht, dass man es nicht versuchen kann. Gern auch immer wieder versuchen kann und sollte - aber es muss die Möglichkeit in Betracht gezogen werden, dass man allein auf weitem Feld kämpft.

Das vielleicht Bösartige an dieser Sache ist, dass wohl meistens bei Anfang der Beziehung ganz andere Voraussetzungen herrschten. Unter den Bedingungen, wie sie sich dann bei vielen früher oder später herauskristallisieren, wären diese Beziehungen möglicherweise gar nicht eingegangen worden.
30.01.2012
Ein kleiner Input

Vielleicht resultiert viel "sexuelles Elend" u.a. aus dem einfachen Umstand, - dass eine Dybalance zwischen "Geben und Bekommen" empfunden wird.
Wobei die sexuellen und die partnerschaftlichen Dysbalancen gegenseitig aufeinander abfärben.
Nur so ein Gedanke
Lg
Gernot
30.01.2012

Nun ja,

wir streben nach Glück, Liebe, (sexueller) Befriedigung...

dass es da wie immer und überall zwischenmenschlich Sand im Getriebe gibt, ist doch normal

auch Unlust dann und wann, ist normal
(ich muss auch grad an das Löwenrudel denken, das gelangweilt den Tag verdöst................. *g* )

wir müssen nur immer schön hungrig bleiben... *zwinker*

Micha
30.01.2012

Wie denkt Ihr darüber?

Menschen haben ihre Themen, dazu sind sie hier, dazu sind sie geboren, dazu er- & leben sie genau ihr individuelles Leben mit allen erlebten Facetten, Gelüsten, Sehnsüchten, Sorgen, Defiziten & Co.

Das Ideal gibt es nicht und sollte es auch vorerst nicht geben. Alles ist ein Auf und Ab, wellenartig als Entwicklung.

Da ist kein Platz für richtig und falsch, für gut oder schlecht.

Bei den einen äußert es sich im Beruf, bei anderen körperlich oder in der Partnerschaft oder im Sexleben. Letztendlich sind genau dafür Communities da, jede in ihrem Themenbereich.

und das ist schön so ...

das im Zeitenwandel vieles hochkocht mag anstrengend sein, aber auch das ist wunderbar ...

hg

D.
30.01.2012
Passend

zu deinem sehr interessanten Thread wurde soeben zum Thema "Frustration in einer Beziehung fast ohne Sex" der gefühlte 278. Thread eröffnet...

Woran das liegt mit dem Elend ? Meine persönliche Meinung ist, das wir zuviel vergleichen und Ausseinflüüse zulassen. "Man hat doch jeden Tag Sex" "Alle haben Analverkehr" usw. und so fort.

Ich bin ehrlich schockiert wenn ich hier teilweise von Anfang 20-jährigen lese, das Sie nun alle Sexpraktiken ausprobiert haben und Anregungen für den nächsten "Kick" suchen. Sicher war früher nicht alles besser, aber viele von uns haben sich doch mit Anfang 20 im Rahmen einer festen Beziehung erst langsam mit Ihren Spielarten entwickelt.

Im Zeitalter von "y..porn" und "xhamster" scheint selbst für Anfänger ein grosser Druck zu bestehen, das ganze Repertoire zu beherrschen und auch dementsprechende Sexhäufigkeit vorweisen zu können.

Die Entwicklung in langen Beziehungen, die viele hier beklagen empfinde ich als relativ normal...schon hormonell bedingt. So wandelt sich doch die anfängliche Leidenschaft irgendwann in eine Vertrautheit und sowieso ist Sexualität Schwankungen unterworfen durch verschiedene Lebensphasen (Kinder, beruflich etablieren, usw).
Und es wird wohl heute und auch für immer so sein, das sich Menschen in jemanden verlieben, der ein anderes Bedürfnis nach Nähe, Sex, Intimität hat. Und lieber jahrelang rumändern wollen und jammern, anstatt etwas zu verändern...namlich sich, die Situation...zum Beispiel mit dem Beenden der Beziehung. Ist doch so herrlich bequem, es immer dem Anderen in die Schuhe zu schieben, wie das eigene Leben verläuft.

Müssen wir ständig gekickt werden ? ..und damit noch schneller, höher, weiter kommen ? Ich denke es liegt auch an der Vernetzheit. habe ich früher den gemütlichen Abend mit Freunden genossen, kann ich heute währenddessen auf facebook sehen, wauf was für vermeintlich grossartigen Parties andere Freunde feiern. Es ist verrückt, aber es beeinflusst meinen Moment und lässt Ihn wertloser erscheinen.

Die Besinnung auf sich und seine eigenen Bedürfnisse, das scheint zumindest für mich der Schlüssel zu sein zu Zufriedenheit. Losgelöst von Normen und Superlativen.
30.01.2012

Selektive Wahrnehmung.

Hier sind über eine Million Mitglieder angemeldet, in dem Forum beklagen sich - hoch geschätzt - vielleicht 100, lass es meinetwegen tausend sein. Macht 0,1%, was statistisch vernachlässigbar ist. Nicht dass ich davon ausgehe, dass die restlichen 99,9% glücklich und zufrieden rumvögeln, aber... selbst wenn sie es nicht tun: Was sollte mich das (aktiv) kümmern?

Um ungeachtet dessen auf die eigentliche Frage einzugehen:
- mangelndes Selbst-Bewusstsein (Wer bin ich, was kann ich, was will ich im weiteren Sinne; "Warum bin ich mit diesem Menschen (noch) zusammen?/Will ich mit diesem Menschen überhaupt (noch) zusammen sein?" im engeren.)
- mangelnde Umsetzung des Selbst-Bewusstseins (Hauptgrund dafür vermutlich Unsicherheit und Angst.)
- das Spielen alter Muster
- eher dysfunktionale Annahmen, Glaubenssätze und Überzeugungen
- mangelndes Vertrauen in sich selbst und den Gegenüber
- mediale Korrumption
- Habe ich schon Angst erwähnt?

Das sind nur einige mögliche Gründe, die mir spontan einfallen. Und ist das "sexuelle Elend" aus meiner Sicht eher Symptom eines "menschlichen Elends". Weil Dinge (oftmals) nicht mal stehen gelassen werden können.

Angst. Ich denke Angst (und der Umgang mit ihr) ist essentiell.
30.01.2012

komisch ist es schon...zum einer eröffnet uns unsere Gesellschaft die möglichkeit seeehr viel uber sex und sexpraktiken zu erfahren und man begibt sich auf den weg sie alle mal auszuprobieren...mit mehr oder weniger erfolg...was beim letzteren schon mal frusten kann..sehr elend

zum anderen gibt es immer noch ...na ich nen sie mal unaufgeklährte mauerblümchen...die ungläubig scaeuen wenn man was erzählt

ob ne mischung aus beidem was tolles wär kann ich nicht sagen

aber ich denke das "sexuelle Elend" gab es schon immer irgendwie. Durch unsere medienwirtschaft erfahren wir es allerdings aus allen ecken und enden....gefühlte mehrhäufigkeit?
30.01.2012
unlust und frust gabs bestimmt schon immer

aber

"früher" hatte man gar nicht die möglichkeit sich in aller öffenlichkeit über seine sexuellen probleme zu beschweren oder auszutauschen.

und

die vielfalt sämtlicher praktiken war auch nicht ständig präsent.

es wird nicht mehr miteinander probiert und die gemeinsame sexualität erforscht, sondern es muss gemacht werden was alle andern auch tun und angesagt ist!
30.01.2012
guter beitrag

nur eins muss ich noch bemerken.....

nicht nur einer sollte sich auf sich konzentrieren.....
ich würde sagen....
mann sollte lernen sich mit seiner partnerin(partner) ausseinander zusetzten....
offen über alle themen zu reden(nicht diskutieren)reden....
eltern sollten lernen mit ihren kindern offen über alles zu reden....

sex ist nicht schlecht....er wird nur so dargestellt....

die jugend von heute ist nun mal weiter....aber wie man so schön sagt....die zeit bleibt nicht stehen...es sind nur viele menschen die stehen geblieben sind....

weiterentwicklung ...nicht stillstand
30.01.2012

sex ist nicht schlecht....er wird nur so dargestellt....

so sehen das sicher noch ein paar verknöcherte!

ich denke viele sind einfach überfordert, lassen sich keine zeit und müssen von jetzt auf gleich alles ausprobieren und wenn es nicht sofort so klappt, wie es überall so megageil beschrieben wird, sind sie frustriert!
30.01.2012

"Früher" war man vielleicht auch mit einem derben Missionars-Fick zufrieden, vielleicht auch nur weil man nix anderes kannte. Heißt das deswegen, dass der Sex unbefriedigen war?

Heutzutage ist man doch der Oberlooser, wenn man das Kamasutra nicht rauf und runtervögeln kann, nicht weiß wo der G-Punkt liegt, wie man ihr wie auf Knofdruck, klitorale und vaginale multiple Orgasmen beschert und sie dabei auch noch zum Squirten bringt.

Sind wir dehalb glücklicher - ich denke NEIN!
30.01.2012
höher besser weiter unsere Gesellschaft

was Antaghar gesagt drehen wir es doch mal um....

50 Jahre zurück.. die meisten Menschen hatten Jobs in denen sie körperlich tätig sein mußten.. da rannte niemand ins Fitness Studios... ausgegangen ist man am Ort.. als Mann vieleicht mal in die Kneippe um die Ecke..Frauen wurden dort nicht gern gesehen nur in Begleitung. Eheleute gingen zusammen aus, fuhren gemeinsam in den Urlaub, hatten Haus Garten Arbeit und Kinder ....

Heute: Unausgelastet rennt man ins Fitnessstudio sieht dort perfekte Frauen und Männer, daheim geht man an den Rechner und schaut wildfremden live beim Sex zu, die Werbung die Zeitung alles ist sexuell gespickt...sex sells... man hat nicht nur die Leute im Ort nein man ist mobil, man geht getrennt weg, man verbringt Urlaube ohne Partnerin und überall sind sie die heißen Bräute und Kerle und die Versuchung ist immer und überall und daheim sitzt der Partner der eben nicht so perfekt ist, vieleicht nicht mehr wie mit 20 aussieht und überhaupt nichts mit den geilen Chatt friends gleich hat...langweilig eben

Da unsere Gesellschaft auch immer egoistischer ist ist es einfacher schnell man heimlich ONS in der Mittagspause als mit dem Partner darüber zu reden was beim Sex nicht mehr so toll ist oder gar dem Partner erklären das Jogginghose, Dreitagebart und Füsse auf dem Coutisch nicht gerade der Feierabend Kick für sexuelle Lust sind

Kurzum man macht es sich so einfach wie möglich

Man redet heute offener über Sex und vor 50 Jahren waren wohl auch einige Sachen wie anal bestimmt nicht das gängige.. und heute? jeder jammert nur das er es nicht mehr oder noch nie hatte. Weil wir in unserer Gesellschaft auch immer ALLES HABEN WOLLEN. Und wenn ich mit 80 sterbe und noch nie anal hatte dann wäre es bestimmt nicht das auschlaggebenste in meinem Leben gewesen...aber ich gebe mich eben auch mit kleinen Dingen im Leben zufrieden

lg Frau PoL
30.01.2012

Heutzutage ist man doch der Oberlooser, wenn man das Kamasutra nicht rauf und runtervögeln kann, nicht weiß wo der G-Punkt liegt, wie man ihr wie auf Knofdruck, klitorale und vaginale multiple Orgasmen beschert und sie dabei auch noch zum Squirten bringt.

nur wenn man sich zum loser machen läßt und seine individualität verliert!

das sind alles aufregende und schöne praktiken! aber die meisten vergessen, dass nicht immer alles geht, auch nicht mit jedem und schon gar nicht auf anhieb!